Das finnische Innenministerium hat Entwurfsverordnungen für den kommenden Online-Glücksspielmarkt veröffentlicht, die verbindliche Auszahlungsquoten (Return-to-Player) und strenge Einsatzlimits festlegen. Die Vorschriften sollen nach einer öffentlichen Konsultationsphase zum 1. Juli 2027 in Kraft treten.
Der vorgeschlagene Rahmen verbietet Autoplay- und Auto-Spin-Funktionen für elektronische Spielautomaten und erfordert, dass Spieler jede Runde manuell starten. Jeder Spin muss mindestens 2,5 Sekunden dauern, und Anbietern ist es untersagt, Animationskürzungen anzubieten. Der Entwurf sieht zudem Benachrichtigungen über die Spielzeit alle 15 Minuten vor, die Nutzer auffordern, das weitere Spielen zu bestätigen oder die Sitzung zu beenden; Casino-Spiele im Spieler-gegen-Spieler-Format bleiben davon ausgenommen.
Einheitliche Fristen für die Inanspruchnahme von Preisen und Transparenzvorschriften für nicht-entscheidende Spieleroptionen sind enthalten, um die Spielmechaniken zu standardisieren.
Finanzielle Limits und Return-to-Player-Standards
Anbieter müssen sich in allen Produktkategorien an festgelegte Return-to-Player-Bereiche halten. Spielautomaten und Casino-Tischspiele werden in einem RTP-Bereich von 70 % bis 99,9 % betrieben, Wettprodukte mit Tagesziehung zwischen 50 % und 70 % und Online-Wetteangebote zwischen 55 % und 80 %. Maßnahmen zum Spielerschutz führen altersabhängige Einsatzlimits für Online-Slots ein, mit maximal 10 € pro Spin für Nutzer unter 25 Jahren und 20 € für ältere Spieler.
Physische Slot-Terminals unterliegen einem täglichen Verlustlimit von 500 €, einer monatlichen Obergrenze von 2.000 € und einer jährlichen Schwelle, die im vollständigen Vorschlag dargelegt ist.
Die Vorschriften basieren auf dem kürzlich in Kraft getretenen Glücksspielgesetz (10/2026) und sollen die Spielerschutzmaßnahmen vor der Liberalisierung des Marktes klären. Branchenakteure haben bereits bis zu 50 Lizenzanträge eingereicht. Antti Koivula, Chief Commercial Officer bei Hippos ATG, merkte an, dass der Rahmen „restriktiv ist, aber nicht ganz so wie Deutschland.
Vielleicht nicht einmal wie die Niederlande, zumindest noch nicht.“ Das Ministerium wird bis zum 5. August 2026 das öffentliche und Stakeholder-Feedback prüfen, bevor die Vorschriften endgültig festgelegt werden.